hamburger wirtschaft März 2015 - page 10

Stella Richter
glaubt an die Zukunft des Printjournalismus. Und zwar so
sehr, dass sie seit knapp eineinhalb Jahren einen Onlineshop
) für Independent-Magazine hat.
„Im Zeitschriftenbereich gibt es abseits des Mainstreams
einen regelrechten Boom“, sagt die 25-jährige Kommunika-
tionsdesignerin. Gefühlt erscheine in diesem Segment fast
jeden zweiten Tag ein neues Magazin. Neben dem Angebot
stimme aber auch die Nachfrage. Grund dafür sei, so Stella
Richter, das bei vielen wieder stärker werdende Bedürfnis
nach dem Besonderen. „Die Leute haben einfach keine Lust
mehr auf eine Glamour für 2,20 Euro“, sagt sie. Stattdessen
wünschten sie sich hochwertigere Magazine mit tollen
Fotos und ausrecherchierten Geschichten, die sie dann auch länger behielten und nicht nach dem
einmaligem Durchblättern in den Müll würfen. Zur Befriedigung dieses Bedürfnisses hat die Eims-
büttlerin, die in Kürze ein Masterstudium anfängt, mittlerweile mehr als 100 verschiedene Titel
aus den Bereichen Food, Mode, Design, Kultur und Wohnen im Sortiment. Die bis zu 1000 Einzel-
hefte, die so zusammenkommen, lagert Richter im Moment noch unter ihrem Bett. Ein Zustand,
den sie aber schnellstmöglich ändern will. Sobald sie geeignete Räume gefunden hat, möchte sie
ein Geschäft eröffnen. Dieses solle dann aber viel mehr sein, als nur ein Ort zum Verkauf von
Zeitschriften. Stella Richter möchte einen Platz schaffen, an dem Menschen von der passenden
Lektüre über das Lieblingsgetränk bis hin zur idealen Sitzgelegenheit alles finden, was sie brau-
chen, um es sich gemütlich zu machen und stundenlang zu lesen. Offline natürlich.
Öko -Nomen
Macht Freunde des gedruckten Wortes
glücklich: Stella Richter betreibt einen
Onlineshop für Independent-Magazine
Fotos: Ulrich Perrey
serviert britisches Essen auf deutsche Art. Im „The Funky
Fish“, das Schoen im September in der Großen Bäckerstraße
eröffnet hat, kredenzt er nicht nur Fish and Chips. Seinen
Kunden tischt er unter anderem Fisch mit Sauerkraut sowie
Lob‘s Course, den Namensgeber für den Labskaus, auf. „Ich
habe meine ersten sieben Lebensjahre in Südengland ver-
bracht. Dort gibt es traditionell freitags Fish and Chips“, er-
zählt Schoen. Während eines Urlaubs in seiner alten Heimat
wurde ihm bewusst, wie sehr er das britische Nationalgericht
vermisst. „Ich habe dann meinen Vertriebsjob bei der Luft-
hansa an den Nagel gehängt und mein Hobby, das Kochen,
zum Beruf gemacht“, sagt der 47-Jährige. Bisher konnten
seine kreativen Fischvariationen – wen wundert es – vor
allem Touristen aus Großbritannien und ortsansässige Bri-
ten überzeugen. Aber auch die Laufkundschaft rund um sein
Bistro gehört zu Mark Schoens Zielgruppe. „Ab sofort gibt es
bei uns deshalb einen Mittagstisch mit täglich wechselnden
Fischvariationen“, sagt er. Die erhalten seine Kunden dann
zusammen mit britischer Limonade oder Craftbeer zu einem
günstigeren Preis. Wer es außergewöhnlicher mag und dem
japanischen Essen nicht abgeneigt ist, kann auch eine soge-
nannte Sushizza bestellen. Das Rezept stammt aus Kanada.
Der Boden besteht aus Sushireis; belegt wird er mit Lachs,
Thunfisch oder Seesaibling. „Ich habe auch noch andere
Rezepte, die ich gerne ausprobieren würde“, so Schoen.
Damit ist also garantiert, dass er auch künftig nicht nur all-
tägliche Fischgerichte im „The Funky Fish“ auftischt.
Mark Schoen
Serviert Hamburgern authentische Fish and Chips:
Mark Schoen, Inhaber des „The Funky Fish“
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wirtschaft
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